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Elchniederungsbahn <tr><td valign="top" colspan="2">
Die Strecken der Elchniederungsbahn (blau).
Die Staatsbahnstrecken der Region sind grün,
die bis 1920 geltende Kreisgrenze rot
und die heutige litauisch-russische Staatsgrenze gelb eingezeichnet.
</td></tr><tr><td valign="top">Streckenlänge:</td><td>53 km</td></tr><tr><td valign="top">Spurweite:</td><td>750 mm (Schmalspur)</td></tr>

Die Elchniederungsbahn war ein Kleinbahnbetrieb im ehemaligen Landkreis Elchniederung in der preußischen Provinz Ostpreußen. Entsprechend dem ursprünglichen Namen des Kreises hieß sie bis 1938 Niederungsbahn.

Geschichte Bearbeiten

Das Gebiet des Landkreises Elchniederung erstreckte sich im Mündungsdelta des Memelflusses vom westlichen Stadtrand Tilsits bis zum Kurischen Haff. Nach dem Ersten Weltkrieg war auch noch der auf dem linken Flussufer liegende Teil des Kreises Heydekrug hinzugekommen.

Der Anschluss an das Eisenbahnnetz war erst 1891 durch die Staatsbahnstrecke Tilsit–Labiau–Königsberg erfolgt, an der auch die Kreisstadt Heinrichswalde lag.

Danach erhielt das Land bis zum Haff einen Schienenweg durch die Niederungsbahn. Die Insterburger Kleinbahn-AG nahm den ersten Abschnitt am 7. Juli 1902 in Betrieb; er begann am Bahnhof der Ortschaft Groß Brittanien und führte in nordwestlicher Richtung über Budelischken (Hoheneiche) zu dem früheren Sitz des Landratsamtes in Kaukehmen (später: Kuckerneese) mit 2.200 Einwohnern.

Erst im Februar 1911 erreichte die 37 Kilometer lange Bahn das Haff bei dem Ort Karkeln; im selben Jahr wurde am 20. November eine Zweigbahn von Budelischken nach Seckenburg (17 km) eröffnet. Damit war das in der Schmalspur von 750 mm angelegte Kleinbahnnetz insgesamt 53 Kilometer lang.

Die Betriebsführung oblag der Ostdeutschen Eisenbahn-Gesellschaft (ODEG) in Königsberg. 1924 wurde die Insterburger Kleinbahn-AG in Ostpreußische Kleinbahnen AG umbenannt.

Im Jahre 1939 standen folgende Fahrzeuge zur Verfügung: 6 Dampflokomotiven, 11 Personen-, 4 Pack- und 107 Güterwagen sowie fünf Omnibusse.

Bereits am 10. Juni 1929 war der Schienenverkehr durch Buslinien ergänzt worden: eine Linie führte von Tilsit nach Karkeln, die andere von Heinrichswalde nach Seckenburg.

Strecken Bearbeiten

(Quelle: Deutsches Kursbuch 1939; frühere Namen Amtliches Kursbuch 1934)

a) Brittanien–Kuckerneese–Karkeln

  • 0,0 Brittanien (Ostpr) Klb (frh. Groß Brittanien)
  • 2,4 Neukirch (Ostpr)
  • 5,2 Hoheneiche (frh. Budelischken)
  • 8,4 Bolzfelde (frh. Bogdanen)
  • 10,1 Neu Skoepen
  • 10,8 Alt Skoepen
  • 12,3 Gut Neuhoff (frh. Neuhof-Kaukehmen)
  • 13,5 Trumpenau (frh. Trumpeiten)
  • 14,7 Kuckerneese (frh. Kaukehmen)
  • 15,4 Kuckerneese West (frh. Kaukehnellen)
  • 17,2 Schlichtingen (frh. Groß Allgawischken)
  • 18,0 Allgau (frh. Klein Allgawischken)
  • 18,7 Schneiderende
  • 21,2 Schakendorf (Ostpr) (frh. Schakuhnen)
  • 23,0 Jägerhöh (frh. Schudereiten)
  • 25,7 Stucken (frh. Spucken)
  • 28,1 Ackeln (frh. Ackelningken)
  • 29,2 Lucken (frh. Lukischken)
  • 31,8 Herdenau (frh. Kallningken)
  • 34,1 Trammen (frh. Tramischen)
  • 36,9 Karkeln

b) Hoheneiche–Seckenburg

  • 0,0 Hoheneiche
  • 2,7 Wolfsberg
  • 5,4 Budeweg (frh. Reatischken)
  • 7,0 Nassenfelde (frh. Andreischken)
  • 9,4 Schwanensee (frh. Norwischeiten)
  • 11,9 Rauterskirch (frh. Lappienen)
  • 15,1 Seckenburg Hp (frh. Kryszanen)
  • 16,5 Seckenburg

Literatur Bearbeiten

  • Siegfried Bufe (Hrsg.): Eisenbahnen in West- und Ostpreußen. Bufe-Fachbuch-Verlag, Egglham 1986 , ISBN 3-922138-24-1, (Ostdeutsche Eisenbahnen 1).
  • Jörg Petzold: Die Elchniederungsbahn. Dezember 2000, (Heimatbrief „Die Elchniederung“ Nr. 32 und 33, ZDB-ID 1019305-4), s.a.
  • Paul Lemke: Der Kreis Elchniederung. Band 1 und 2. Herausgegeben von der Kreisgemeinschaft Elchniederung e.V. 1967–1969.

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