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Mareese–Reussenau/Mareese–Marienwerder Klbhf[1][2]

<tr><td valign="top">Streckenlänge:</td><td>20,46 km</td></tr><tr><td valign="top">Spurweite:</td><td>750 mm (Schmalspur)</td></tr>

von Groß Falkenau, (pl. Wielkie Walichnow)
0,0 Mareese (pl. Mareza)
3,4 Marienwerder Klbhf (pl. Kwidzyn Wąskotorowy)
Anschluss Zuckerfabrik
2,00 Schwanenland (pl. Obory (vor 1940))
2,85 Oberfeld (pl. Obory)
3,83 Neuhöfen (pl. Nowy Dwór Kwidzyński)
Bahnstrecke Schmentau–Marienwerder
4,81 Neuhöfen Hp (pl. Nowy Dwór Kwidzyński Przystanek)
5,10 Neuhöfen Sägewerk (pl. Nowy Dwór Kwidzyński Tartak)
6,48 Klein Grabau Hp (pl. Grabówko Wąskotorowe)
7,82 Klein Grabau (pl. Grabowo Małe)
9,31 Groß Grabau (pl. Grabowo Duże)
10,58 Kanitzken (Kunkenau) Hp (pl. Kaniczki Przystanek)
11,46 Kanitzken (Kunkenau) (pl. Kaniczki)
13,20 Weichselburg (pl. Wiśliny)
14,70 Groß Nebrau (Neuenburg) Hp (pl. Nebrowo Wielkie Przystanek)
15,88 Groß Nebrau (Neuenburg) (pl. Nebrowo Wielkie)
17,58 Klein Nebrau (Neuenburg) (pl. Nebrowo Małe)
18,70 Stangendorf Hp (pl. Glina Przystanek)
19,20 Stangendorf (pl. Glina)
20,46 Reussenau (pl. Rusinowo Wąskotorowe)
Mareese–Groß Falkenau[3]

<tr><td valign="top">Streckenlänge:</td><td>29,7 km</td></tr><tr><td valign="top">Spurweite:</td><td>Mareese–Groß Weide Süd: 750 mm
Groß Weide Süd–Groß Falkenau: 1435 mm </td></tr>

von Reussenau (pl. Rusinowo Wąskotorowe)
von Marienwerder Klbhf (pl. Kwidzyn Wąskotorowy)
0,0 Mareese (pl. Mareza)
3,0 Kurzebrack Ziegelei (pl. Korzeniewo Cegielnia)
3,8 Kurzebrack (pl. Korzeniewo)
zum Hafen Kurzebrack
6,1 Ziegellack (pl. Lipianki)
7,0 Sechsseelen (pl. Gniewskie Pole Kolonia)
7,8 Mewischfelde (pl. Gniewskie Pole)
8,6 Mewischfelde Hp (pl. Gniewskie Pole Działki)
10,2 Groß Weide Süd (pl. Pastwa Południowa)
10,5 Groß Weide (pl. Pastwa)
Abzweig nach Gurcz von 1927 bis 31. Dezember 1985
10,6 Groß Weide Nord (pl. (Pastwa Północna)
12,0 Groß Weide Siedlung (pl. (Pastwa Działki)
13,6 Gutsch (ab 1920 Zandersfelde) (pl. Gurcz)
Abzweig nach Gutsch vom 23. August 1905 bis 1. Januar 1920
12,4 Kramershof (pl. Kramrowo)
13,7 Johannisdorf (pl. Janowo)
15,8 Rechtes Weichselufer (pl. Prawy Brzeg Wisły (Gniew))
Weichsel (pl. Wisła)
16,2 Linkes Weichselufer (pl. Lewy Brzeg Wisły (Gniew))
16,8 Mewe Unterschloss (pl. Gniew Podzamcze)
17,2 Mewe Stadt (pl. Gniew Wąskotorowy)
18,7 Mewe Vorstadt (pl. Gniew Przedmieście)
21,2 Warmhof (pl. Ciepłe)
24,4 Groß Grünhof Hp (pl. Wilekie Gronowo p.o.)
0,0
25,8
Groß Grünhof (pl. Wielkie Gronowo)
3,0 Sprauden (pl. Szprudowo)
27,1 Klein Grünhof (pl. Małe Gronowo)
29,7 Groß Falkenau (pl. Wielkie Walichnowy Wąskotorowe)
Anschluss an die Zuckerfabrikbahn Pelplin[4]

Die Marienwerder Kleinbahnen betrieben Schmalspurbahnen beiderseits der Weichsel im Landkreis Marienwerder, der ursprünglich zur Provinz Westpreußen, seit 1920 zu Ostpreußen gehörte.

Aufbau des Netzes Bearbeiten

Ende des 19. Jahrhunderts umfasste der Kreis Marienwerder in der Provinz Westpreußen Gebietsteile beiderseits der Weichsel. Während links des Flusses schon seit 1852 die Strecke Dirschau–Bromberg der Preußischen Ostbahn in Betrieb war, erhielt der rechtsufrige Teil des Kreises mit der Kreisstadt erst 1883 einen Bahnanschluss durch die Strecke Marienburg–Graudenz der Preußischen Staatsbahn. Zwar kamen nach der Jahrhundertwende weitere Strecken hinzu, aber es fehlte eine Bahnverbindung über die Weichsel, bis 1909 die Staatsbahn Marienwerder–Schmentau eröffnet wurde.

Inzwischen hatte die Kleinbahn-AG Marienwerder beiderseits der Weichsel Kleinbahnstrecken errichtet. Die Gesellschaft war im Jahr 1900 durch den Preußischen Staat, die Provinz Westpreußen, den Kreis Marienwerder und die Ostdeutsche Eisenbahn-Gesellschaft in Königsberg gegründet worden.

Die ersten Strecken wurden am 28. September 1901 eröffnet. Vom Kleinbahnhof nahe dem Staatsbahnhof Marienwerder führte die Trasse 3,5 Kilometer südlich um die Stadt herum nach Mareese, dem Sitz der Bahnverwaltung, wo sich die Strecken verzweigten. Die südliche führte flussaufwärts bis nach Groß Nebrau (16 km), wo eine Fähre die Verbindung zum jenseitigen Ufer nach der Kleinstadt Neuenburg, seit 1906 ebenfalls Endpunkt einer Kleinbahn, herstellte. Nach weiteren vier Kilometern war der Endpunkt Russenau erreicht.

Die nördliche Strecke verlief gerade zur Weichsel bei Kurzebrack (4 km), wo ein Stichgleis den Hafen anschloss, und dann nach Norden über Groß Weide (11 km) nach Kramershof, wo eine Güterbahn nach Gutsch abzweigte. Über Kramershof ging die Strecke weiter bis zu einem Endpunkt am Flussufer (16 km) gegenüber der Kleinstadt Mewe. Ein Trajekt für Eisenbahn und Fuhrwerke übernahm nun die Weiterbeförderung der Fahrgäste und Güter ans rechte Ufer. Dafür waren ein Fährdampfer, eine Dampfbarkasse und eine Schnellfähre von der Kleinbahn-Gesellschaft beschafft worden. Von der Station am linken Ufer fuhren seit dem 26. Oktober 1903 (?) Kleinbahnzüge zum Stadtbahnhof Mewe, wo seit dem 5. Januar 1905 die Staatsbahn von Morroschin kommend endete. Ein Anschlussgleis führte zur Zuckerfabrik Nichtsfelde.

Von Mewe Stadt führte die Kleinbahn weiter nach Norden über Groß Grünhof, wo eine Güterbahn abzweigte, bis Groß Falkenau (14 km). Der Betrieb wurde hier zwischen 1903 und dem 23. September 1905 eröffnet. Es kam jedoch nicht zu einem Anschluss an das umfangreiche Netz der Westpreußischen Kleinbahnen, deren südlichster Punkt nur sieben Kilometer nördlich lag..

Die Betriebsführung wurde der Ostdeutschen Eisenbahn-Gesellschaft (ODEG) in Königsberg übertragen.

Im Jahr 1914 befuhr die Kleinbahn ein Streckennetz von 54 Kilometern Länge mit jeweils drei bis vier Zugpaaren am Tage; weitere fünf Kilometer dienten ausschließlich dem Güterverkehr:

  • a) Marienwerder Klb – Mareese 3,5 km
  • b) Mareese – Groß Weide – Kramershof – Mewe rechtes Ufer 15,8  m
  • c) Mewe linkes Ufer – Mewe Stadt – Groß Grünhof – Groß Falkenau 14,0 km
  • d) Mareese – Groß Nebrau – Russenau 20,4 km
  • e) Groß Grünhof – Sprauden III (Güterbahn) 3,0 km
  • f) Kramershof – Gutsch (Güterbahn) 1,8 km

Es standen 7 Lokomotiven, 16 Personen- und Packwagen sowie 126 Güterwagen zur Verfügung.

Anpassung an die neue Grenze Bearbeiten

Die neue Grenzziehung nach dem Ersten Weltkrieg wurde Anfang 1920 verwirklicht. Das linke Weichselufer wurde nun polnisch, dazu noch eine Art „Brückenkopf“ gegenüber der Stadt Mewe, der Johannisdorf und vier weitere Dörfer umfasste. Der verkleinerte Kreis Marienwerder wurde an die Provinz Ostpreußen angeschlossen.

Weil die nördliche Strecke jenseits von Groß Weide ebenso wie die Güterbahn Kramershof–Gutsch von der Grenze durchschnitten wurden, baute man von Groß Weide eine Strecke nach Gutsch (Zandersfelde), die am 20. Dezember 1927 eröffnet werden konnte. Die dortige Zuckerrübenverladung war so bedeutend, dass man nicht auf einen Bahnanschluss verzichten konnte.

Die nun in Polen liegenden Abschnitte wurden für den Personenverkehr vollständig stillgelegt; für den Güterverkehr der Zuckerfabrik Pelplin blieb die Strecke von Groß Falkenau bis etwa vier Kilometer nördlich von Mewe erhalten; sie wurde an die Rübenbahnen dieser Zuckerfabrik angeschlossen. Alle übrigen Strecken auf polnischem Gebiet wurden abgebaut

In der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg besaß die Kleinbahn-Gesellschaft ein Netz von 37 Kilometern Länge:

  • a) Marienwerder Klb – Mareese 3,5 km (nur Güterzüge)
  • b) Mareese – Groß Weide – Gutsch 13,5 km
  • c) Mareese – Groß Nebrau – Russenau 20,4 km

Es verkehrten nur zwei, an manchen Wochentagen drei Zugpaare; auch nach Gutsch, das später in Zandersfelde umbenannt wurde, fuhren nun Personenzüge, dagegen nicht mehr zwischen Marienwerder und dem am westlichen Stadtrand unterhalb des Ordensschlosses gelegenen Bahnhof Mareese.

Im Jahre 1939 standen folgende Fahrzeuge zur Verfügung: fünf Dampflokomotiven, elf Personen-, zwei Pack- und 74 Güterwagen.

StreckenBearbeiten

Streckendetails:[5][6]

  • Abschnitt Mareese–Reussenau (Mareza–Rusinowo Wąskotorowe)
    • Eröffnung am 28, September 1901; Spurweite: 750 mm
    • Einstellung des Personen- und Güterverkehrs am 31. Dezember 1985

Im Betriebswerk Mareese blieben die Lokomotiven Lyd1 215 und 310 sowie der Dieseltriebwagen MBd1–134, der 1987 in das Eisenbahnmuseum nach Sochaczew gebracht wurde.[7] Der Abbau des Bahnhofes in Mareese war im April 1989 abgeschlossen, die letzten Abbauzüge fuhren am 7. und 8. März 1989. Der Abbau der Strecke war am 1. April 1989 beendet.

  • Abschnitt Mareese–Marienwerder Klbhf (Mareza–Kwidzyn Wąskotorowy)
    • Eröffnung am 28, September 1901 (ungesichert)
    • Abbau der Strecke 1989
  • Abschnitt Mareese–Groß Weide Süd (Mareza–Pastwa Południowa)
    • Eröffnung 28. September 1901; Spurweite: 750 mm
    • 31. Dezember 1985: Einstellung Personen- und Güterverkehr
  • Abschnitt Groß Weide Süd–Groß Falkenau (Pastwa Południowa–Wielkie Walichnowy)
    • Eröffnung 23. August 1905; Spurweite: 1435 mm
    • unbekannt (ca. 1918): Einstellung des Fahrgastverkehrs
    • nach 1920: Teilabschnitt Pastwa Południowa–Ciepłe (Groß Weide Süd–Warmhof) abgebaut und Teilabschnitt Ciepłe–Wielkie Walichnowy (Warmhof–Groß Falkenau) von der Zuckerfabrikbahn Pelplin übernommen und weiterbetrieben[4]
    • vor 1972: Teilabschnitt Ciepłe–Wielkie Walichnowy (Warmhof–Groß Falkenau) abgebaut

Weitere Maßnahmen Bearbeiten

Im Jahr 1948 gab es Pläne, eine Verbindungsbahn zu den Schmalspurbahnen um Danzig zu bauen. Die Bauarbeiten scheinen begonnen zu haben, wurden aber nie fertiggestellt. Schienenbusse mit Dieselantrieb wurden 1959 eingeführt und die Dampftraktion endete 1966.[4]

Quellen Bearbeiten

  • Siegfried Bufe (Hrsg.): Eisenbahnen in West- und Ostpreußen. Bufe-Fachbuch-Verlag, Egglham 1986 , ISBN 3-922138-24-1, (Ostdeutsche Eisenbahnen 1).

Weblinks Bearbeiten

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. Streckenbeschreibung Mareese–Reussenau bei kolej.one (polnisch)
  2. Streckenbeschreibung Mareese–Marienwerder Klbhf bei kolej.one (polnisch)
  3. Streckenbeschreibung Mareese–Groß Falkenau bei kolej.one (polnisch)
  4. 4,0 4,1 4,2 Kurzbeschreibung der Strecken (engl.)
  5. Streckendaten Mareza–Rusinowo Wąskotorowe bei kolej.one (polnisch)
  6. Streckendaten Mareza–Wielkie Walichnowy (pol.)
  7. Foto des MBd1–134