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Preußische Provinz
Ostpreußen
Flagge Wappen
Flagge der Provinz Ostpreußen Wappen der Provinz Ostpreußen
Lage in Preußen
1871–1918*:
1871–1918
1922–1939*:
1922–1939
*) Ostpreußen dunkelblau eingefärbt, übriger preußischer Staat hellblau
 
Bestehen 17731829
18781945
Provinzhauptstadt Königsberg
Fläche 36.993,9 km²
Einwohner 2.025.741 (1905)
Bevölkerungsdichte 54,1 Ew./km²
Kfz-Kennzeichen I C
Entstanden aus Herzogtum Preußen
Heute Teil von Woiwodschaft Ermland-Masuren
Oblast Kaliningrad
Distrikt Klaipėda
Distrikt Tauragė
Karte
Karte der Provinz Ostpreußen

Ostpreußen war eine Provinz des Königreichs Preußen. Das ursprüngliche Preußenland war das Stammland der baltischen Prußen. Nach der Eroberung des Landes durch den Deutschen Orden im 13. Jahrhundert entstand der Deutschordensstaat, welcher im Zuge der Reformation 1525 zum weltlichen Herzogtum Preußen wurde. Durch die dynastische Vereinigung mit dem Kurfürstentum Brandenburg 1618 wurde es auch Brandenburgisches Preußen genannt. In der Hauptstadt Königsberg krönte sich Friedrich III. 1701, der als brandenburgischer Kurfürst formell ein Vasall des römisch-deutschen Kaisers zu Wien war, als Friedrich I. selbst zum souveränen König in Preußen.

Ostpreußen war bis 1771, vor der Ersten Teilung Polens, territorial deckungsgleich mit dem Herzogtum Preußen und dem 1701 begründeten Königreich Preußen und dessen eigentliche Keimzelle. König Friedrich von Preußen, der in Personalunion auch Kurfürst von Brandenburg war, hatte verfügt, dass diese Provinz nach der Ersten Teilung Polens den Namen Ostpreußen erhalten solle. Das 1772 annektierte Polnisch-Preußen ohne Danzig sowie ohne das Ermland, das zu Ostpreußen kam, wurde als Westpreußen dem hohenzollernschen Königreich einverleibt. Ostpreußen war nach der Gründung des Deutschen Kaiserreichs ab 1871 der östlichste Landesteil Deutschlands. Dort lagen sowohl der nördlichste als auch der östlichste Punkt des Deutschen Reichs. Zwischen 1920 und 1939 war Ostpreußen durch den Polnischen Korridor vom übrigen Deutschland geographisch abgetrennt.

Durch das Potsdamer Abkommen kam das nördliche Ostpreußen 1945 unter vorläufige Verwaltung der UdSSR und das südliche Ostpreußen unter polnische Verwaltung. Eine endgültige Regelung wurde einem gesamtdeutschen Friedensvertrag vorbehalten. De facto wurde Ostpreußen völkerrechtswidrig administrativ der Volksrepublik Polen beziehungsweise der Sowjetunion eingegliedert,[1] wobei die noch verbliebene angestammte deutsche Bevölkerung, die nicht bereits bei Kriegsende geflohen war, vertrieben wurde. Die DDR erkannte die Grenze zu Polen bereits 1950 an, die Bundesrepublik Deutschland zunächst 1972 indirekt. Im Zwei-plus-Vier-Vertrag und dem deutsch-polnischen Grenzvertrag von 1990 erklärten die Vertragspartner die Außengrenzen der Deutschen Demokratischen Republik und der Bundesrepublik Deutschland als endgültig für das vereinte Deutschland. Damit gehört der Südteil des früheren äußersten deutschen Ostgebiets auch völkerrechtlich zu Polen und der nördliche zum heutigen Russland (damals noch UdSSR).

Geographie Bearbeiten

Das historische Ostpreußen erstreckt sich an der Ostseeküste vom Weichseldelta bis nördlich der Memelmündung bei Memel/Klaipėda, wo bei Nimmersatt „das Reich sein Ende hat“. Das nördlich der unteren Memel am Kurischen Haff gelegene Memelland wurde 1920 durch den Völkerbund von Ostpreußen abgetrennt, war von 1923 bis Anfang 1939 von Litauen annektiert und gehört seit dem Kriegsende wieder zu Litauen. Der nördliche Teil (etwa 35 %) des restlichen Ostpreußens ist heute der russische Oblast Kaliningrad, der südliche Teil (etwa 65 %) die polnische Woiwodschaft Ermland-Masuren. Im Mai 1939 umfasste Ostpreußen, einschließlich des Memellandes 39.840 km² mit 2.649.017 Einwohnern. Es war mit 66,5 Einwohnern je km² vergleichsweise dünn besiedelt. In der Hauptstadt Königsberg lebten damals 372.000 Einwohner.

Landschaft Bearbeiten

Das Landschaftsbild des nördlichen Ostpreußen wird von leicht gewelltem Flachland mit Moränenhügeln, größtenteils versteppten Wiesen und Feldern sowie viel Wald bestimmt, der von breiten Flussniederungen und Moorgebieten unterbrochen wird. Größte Flüsse sind der Pregel und die Memel, weitere Flüsse sind die Lawa (Alle), die Angrapa (Angerapp), die Krasnaja (Rominte) und die Dejma (Deime). Im Norden der Oblast befindet sich – angrenzend an das Kurische Haff – die Elchniederung (Losinaja Dolina) und das Große Moosbruch, eine Moorlandschaft, die zum Teil trockengelegt worden war.

Im Südosten liegt die Rominter Heide mit dem Wystiter See und dem Wystiter Hügelland. Weite Teile der dünnbesiedelten Landschaft im Südlichen Ostpreußen sind durch die Masurische Seenplatte geprägt. Im Westen ragt das Samland als Halbinsel in die Ostsee. Im Südwesten liegt das Frische Haff. Ostpreußen hatte Anteil an der Kurischen Nehrung und an der Frischen Nehrung.

Große Teile des Bodens gehören zu den Bodenklassen 4 und 5. Als Rohstoffe sind Sand und Kies für das Bauwesen und Lehm, Torf und Ton für die keramische Industrie interessant. Etwa 30 Prozent des Gebietes sind von Wäldern bedeckt[2]

Natur und Landschaft Bearbeiten

Fauna Bearbeiten

Durch die geringe Bevölkerungsdichte (66,5 Einwohnern je km²) konnten sich in Ostpreußen viele im Rest des damaligen Deutschlands bereits ausgestorbene Tiere erhalten. So gab es 1945 in Ostpreußen eine Population von Elchen und Wölfen. Auffällig sind noch heute (2009) die vielen Störche in Ostpreußen, was bereits Wesentliches über die dort vorherrschenden Landschaftsformen und ihre Bewirtschaftung aussagt.

Geschichte Bearbeiten

Archäologie und Frühgeschichte Bearbeiten

Datei:Europe 814.jpg

Archäologische Funde bezeugen menschliche Besiedlung an der Südküste der Ostsee nach dem Ende der Eiszeit (die Vereisung endete in Litauen z. B. um 16.000 v. Chr.), etwa im Allerød-Interstadial (11. Jahrtausend v. Chr.). Im End-Mesolithikum sind sowohl Neman- als auch Narva-Kultur vertreten. Im Neolithikum ist die Haffküsten-Kultur, eine Gruppe der Schnurkeramik, nachgewiesen.

Zwischen Braunswalde und Willenberg nahe Marienburg wurde im Jahre 1873 ein eisenzeitliches Gräberfeld mit etwa 3000 Gräbern gefunden. Die nach dieser Fundstätte benannten Braunswalde-Willenberg-Funde,[3] heute auch als Wielbark-Kultur bezeichnet, zeichnet sich durch eine Mischung skandinavischer und kontinentaler Elemente aus und wird allgemein als Zeichen für die Zuwanderung der Goten angesehen. Zu ihrem Verbreitungsgebiet gehörte nur der äußerste Westen Ostpreußens. Die Goten waren im letzten Jahrhundert vor der christlichen Zeitenwende in das Gebiet um die untere Weichsel gekommen, wanderten aber ab etwa 200 n. Chr. nach Südosten ab.

98 n. Chr. berichtete Tacitus in seiner Germania über die Aesti gentes.[4] Allerdings hatte Tacitus diese Gebiete selber nie besucht, und fasste auch alle an der Ostsee (Mare Suebicum) lebenden Stämme (unter anderem Langobarden, Burgunden, Semnonen, Vandalen, Lugier, Silinger, Goten) als Suebi zusammen, so dass man wenige schriftliche Einzelheiten zur frühen Geschichte findet. In seiner um 550 verfassten Getica zählt der gotische Geschichtsschreiber Jordanes die Aesti zum Gotischen Reich, das bis etwa 375 nördlich des Schwarzen Meeres gelegen hatte.[5]

Im 9. Jahrhundert wird erstmals ein Volk namens Brus nahe der Ostsee erwähnt, von einem nur als Bayerischer Geograph bekannten Chronisten.

Der Angelsachse Wulfstan bereiste die Ostseeländer im 10. Jahrhundert. In seinem Bericht an Alfred den Großen unterschied er das östlich der Weichsel gelegene „Witland“ vom westlich des Flusses gelegenen Land der Winoten und bezeichnete seine Einwohner, die Witländer, wie einst die antiken Autoren auch als „Esthen“. Die ostbaltischen Litauer wurden im 11. Jahrhundert erstmals beschrieben, während die Prußen Westbalten waren. Doch erst mit der Zeit der Christianisierung und der damit verbundenen Schriftkultur fing man an, schriftliche Dokumente zu führen, die detaillierte Informationen enthalten.

Die Prussia-Sammlung war die bedeutendste Sammlung archäologischer Fundstücke.

Datei:Altpreußische Landschaften im 13. Jahrhundert.png
Prußische Stammesgebiete
Baltisch-slawische Grenzgebiete

Staatenbildung Bearbeiten

Das Stammesland der Pruzzen lag an der Ostseeküste, nordöstlich des späteren Polens und südwestlich von Litauen. Nördlich erstreckte es sich bis an die untere Memel, westlich bis an die untere Weichsel, wobei beide Flüsse wohl keine scharfe Siedlungsgrenze bildeten. So wird auch von slawischen Siedlungen im Kulmer Land berichtet und Linguisten verweisen auf Fluss- und Ortsnamen westlich der Weichsel bis an die Persante sowie auf Wörter baltischen Ursprungs in der kaschubischen Sprache.

Das von baltischen Stämmen an der Ostseeküste besiedelte Gebiet wurde seit dem 10. Jahrhundert zur Interessensphäre der in der Region entstehenden christlichen Staaten. Alle Anstrengungen zur Eroberung des Gebietes standen auch unter dem Vorwand der Missionierung. Die Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, im Hochmittelalter die mächtigsten weltlichen Herrscher des Abendlandes, erhoben Anspruch auf nicht christianisierte Gebiete. So Kaiser Friedrich II. in der Goldbulle von Rimini 1226 an den Deutschen Orden.

Die Versuche der polnischen Herrscher, ihre Macht an die noch von Heiden bewohnte Ostseeküste auszudehnen, zeigten nur in Pommern Erfolg. Über einen dieser Vorstöße, bei dem 997 der Missionsbischof Adalbert von Prag im Auftrag von Bolesław I. Chrobry in die Gegend östlich von Danzig vordrang, berichtet dessen Autobiografie Vita Sancti Adalberti.

Konrad, der Herzog von Masowien, erlitt gegen die Prußen empfindliche Rückschläge. Das Kulmerland laut der Älteren Olivachronik zu großen Teilen von Polen besiedelt, wurde laut der Chronik des Peter von Dusburg durch Prußen verwüstet. Die Vorstöße der Prußen bedrohten sogar seine Machtbasis Masowien. Der erste Bischof von Preußen wurde 1209 ernannt: Der Zisterzienser Christian von Oliva, vorher Abt von Łękno, nahm seinen Sitz 1215 im 30 Jahre zuvor gegründeten Kloster Oliva, außerhalb Preußens im Herzogtum Pommerellen der Samboriden. Seine Christianisierungsbemühungen waren zunächst nicht von dauerhaftem Erfolg. Der von Konrad I. und Bischof Christian gemeinsam ins Leben gerufene Ritterorden Milites Christi Prussiae, zumeist Orden von Dobrin genannt, konnte zwar Masowien sichern aber keine Herrschaft über Preußen etablieren.

Deutschordensstaat Bearbeiten

Datei:Panorama of Malbork Castle, part 4.jpg

Hauptartikel: Deutschordensstaat

Herzog Konrad von Masowien bat den Deutschen Ritterorden um militärische Unterstützung im Kampf gegen die Prußen und bot ihm dafür Landrechte an. Im Jahre 1224 wurde Wilhelm von Modena vom Papst zum Legaten für Preußen und Samland benannt. Die Landrechte für das zu erobernde Gebiet ließ sich der Orden 1226 durch den römisch-deutschen Kaiser Friedrich II. garantieren und 1230 durch Konrad von Masowien im Vertrag von Kruschwitz. Der Vertrag von Kruschwitz wird heute als Diktat des Ordens, wenn nicht als Fälschung angesehen.[6] 1231 legte der Orden Thorn an. Papst Gregor IX. bescheinigte 1234 dem Orden in der Bulle von Rieti, dass seine Eroberungen nur der Kirche, aber keiner weltlichen Lehenshoheit unterstehen sollten.

Der Orden eroberte das Land mit aus europäischen Adligen zusammengestellten Truppen in Kreuzzügen. Er sicherte seine Eroberungen durch Burgenbau, holte mit Hilfe von Lokatoren deutsche Siedler ins Land, Teil der Deutschen Ostkolonisation. Zahlreiche Städte und Dörfer wurden gegründet. Die Unstimmigkeiten über die Landverteilung zwischen dem Orden und Bischof Christian wurden bis vor den Papst gebracht. 1245 teilte der päpstliche Legat Wilhelm von Modena das Preußenland in vier Bistümer ein. Die vier Bistümer unterstanden dem Erzbischof von Riga. Es dauerte jedoch bis 1283, ehe die heidnischen Prußen endgültig unterworfen waren.

Über das vertraglich vereinbarte Gebiet hinaus eroberte der Deutsche Orden 1309 auch das christliche Pommerellen mit Danzig, den der letzte Herzog, Mestwin II., nach zeitweiliger Abtrünnigkeit wieder Polen zugesagt hatte. Diese Eroberung wurde von Polen 1343 anerkannt. Die Grenze zu Litauen, das sich im Widerstand gegen den Orden als Staat bildete, wurde erst 1422 dauerhaft festgelegt. Sitz des Ordens war zunächst Venedig, dann seit 1309 die Marienburg in Preußen, nach der Schutzheiligen des Deutschen Ordens Maria benannt.

Datei:K0nigl+herzoglPreussen.png

Zu den Konflikten des Ordens mit Polen um die Ausdehnung der territorialen Herrschaft gesellten sich im 15. Jahrhundert Konflikte mit den Städten in seinem Gebiet wegen seiner Versuche, auch den lukrativen Handel an sich zu ziehen. So kam es zu kriegerischen Auseinandersetzungen, bei denen der Deutsche Orden auf der einen Seite, die preußischen Städte und das Königreich Polen auf der anderen Seite standen.

Nach seiner Niederlage in der Schlacht bei Tannenberg 1410 wurde die Macht des Ordens geschwächt. Er musste im Ersten Thorner Frieden 1411 und im Frieden von Melnosee 1422 Herrschaft und Ansprüche auf Samaiten aufgeben und der Friede von Brest 1435 schloss jegliche Ansprüche Dritter (insbesondere des Heiligen Römischen Reiches) am Ordensland aus. Nachdem sich die preußischen Stände im Preußischen Bund organisiert und 1454 dem König von Polen unterstellt hatten, kam es zum Dreizehnjährigen Krieg, der 1466 mit dem Zweiten Thorner Frieden endete. Der Deutsche Orden hatte das Kulmerland, Ermland, Pogesanien und Pomerellen an die polnische Krone abzutreten, Königliches oder Polnisches Preußen genannt. Somit blieb auch das Ermland (als exemptes eigenständiges Fürstbistum) unter polnischer Oberhoheit und damit bis zur Ersten Teilung Polens 1772 vom Preußen des Ordens und der Hohenzollern getrennt. Da die schon 1457 in polnische Hand gelangte Ordensburg Marienburg mit abgetreten werden musste, wurde der Sitz des Ordens nach Königsberg verlegt. Der Orden war außerdem dem polnischen König zu Treueeid und Heeresfolge verpflichtet.

1511 wurde Albrecht von Hohenzollern Hochmeister des Deutschen Ordens. Er verweigerte dem polnischen König zunächst den Treueeid. Kaiser Maximilian I. schloss im Jahre 1515 auf dem Wiener Fürstentag Verteidigungs- und Heiratsbündnisse mit den Jagiellonen und erkannte die Beschlüsse des Thorner Friedens an.

Herzogtum Preußen Bearbeiten

Datei:Albrecht von Hohenzollern-Ansbach.jpg

Hauptartikel: Herzogtum Preußen

Nachdem ihm die kaiserliche Unterstützung im vierjährigem Reiterkrieg versagt worden war, ging Hochmeister Albrecht auf Distanz zum Kaiser. Er schloss Frieden mit Polen, führte 1525 die Reformation ein und machte den Ordensstaat zum weltlichen Herzogtum Preußen. Die erbliche Herzogswürde ließ er sich unter Anerkennung der polnischen Lehenshoheit vom polnischen König Sigismund I. bestätigen.

Datei:Königsberg Castle.jpg

Vom Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation wurde die Säkularisierung des preußischen Ordensstaates nicht anerkannt. Die Vertreter des Deutschen Ordens im Reich wählten einen neuen Hochmeister, Walther von Cronberg, welcher aber nicht wie bisher in Königsberg, sondern in Mergentheim seinen Sitz einnahm. 1527 erhielt Cronberg vom Kaiser die Berechtigung, sich „Administrator des Hochmeistertums“ zu nennen. Auf dem Reichstag zu Augsburg 1530 wurde dieser mit den Rechten des Deutschen Ordens und dem Lande Preußen belehnt. Diese Entscheidung hatte in der Praxis keine Bedeutung. Der weltliche Einfluss Cronbergs endete faktisch an den Grenzen der Reichsballeien. Der Sohn Kaiser Maximilians II. führte bis 1618 den Titel eines Administrators von Preußen. Danach nannte man das Amt Hoch- und Deutschmeister. Die Hoch- und Deutschmeister des Deutschen Ordens hatten durch den Kaiser seit 1526 den gleichen Stand im Heiligen Römischen Reich wie ein Fürstbischof. 1531/1534 wurde Herzog Albrecht unter Bann gesetzt, der jedoch unwirksam blieb.

1525 schuf Albrecht eine Gebietseinteilung, die bis 1722 Bestand hatte: Das Herzogtum war nun in drei Kreise vom Ausmaß späterer Regierungsbezirke eingeteilt, Samland, Natangen und Oberland. Aus den bisherigen Ordenskomtureien wurden die Hauptämter im Zuschnitt späterer Landkreise. In jedem Hauptamt gab es mehrere Ämter, die teils Kammerämter waren, teils missverständlicherweise wiederum Kreis (Creyß) genannt wurden. Diese Ämter waren für Wirtschaft und Rechtsangelegenheiten der unfreien Bauern zuständig. Die unterste Verwaltungsgliederung waren die Bezirke, die teilweise auch Dörfer genannt wurden, obwohl sie in der Regel mehrere Siedlungen umfassten.

1544 gründete Herzog Albrecht die Universität Albertus-Universität in Königsberg. Die kulturellen Leistungen in seiner Amtszeit waren die Prutenischen Tafeln, die Erstellung preußischer Landkarten sowie eine Münzreform unter Leitung Nikolaus Kopernikus. In diese Zeit fielen auch die Aufnahme evangelischer Flüchtlinge und besonders die erstmaligen Übersetzungen religiöser Schriften in verschiedene Sprachen der neuen preußischen Bürger aus den Nachbarländern. Nach dem Tode Herzog Albrechts im Jahre 1568 kam dessen fünfzehnjähriger Sohn Albrecht Friedrich an die Regierung. Wegen dessen Geisteskrankheit setzte 1577 der polnische König Stephan Báthory den Ansbacher Hohenzollern Georg Friedrich als Administrator von Preußen ein; ihm folgte 1605 mit Joachim Friedrich erstmals ein Kurfürst von Brandenburg, dann 1608 Johann Sigismund, Albrechts Schwiegersohn.

Personalunion mit Brandenburg Bearbeiten

Als Albrecht Friedrich 1618 kinderlos starb, fiel das Herzogtum Preußen 1618 an die brandenburgische Linie der Hohenzollern, zu diesem Zeitpunkt unter Johann Sigismund. Dieser verband das Kurfürstentum Brandenburg und das Herzogtum Preußen in einer Personalunion. Nun wurde das Herzogtum Preußen auch Brandenburgisches Preußen genannt und bis 1701 oft als Fürstentum bezeichnet (so in Kirchenbüchern vor 1700). Im Vertrag von Wehlau 1657 verzichtete Polen auf die Lehenshoheit über das Herzogtum Preußen. Damit besaßen die Kurfürsten von Brandenburg hier, anders als in ihren im Heiligen Römischen Reich liegenden brandenburgischen Territorien, die volle Souveränität.

Königreich Preußen Bearbeiten

Diese Souveränität nutzte der brandenburgische Kurfürst Friedrich III., um sich 1701 in Königsberg als Friedrich I. zum „König in Preußen“ zu krönen. In einer Standeserhebung erhob dieser sein Herzogtum Preußen zum Königreich Preußen.

1722 wurde eine neue Gebietseinteilung geschaffen, die bis 1808 Bestand hatte: Es wurden zwei Kammerdepartements geschaffen, die direkt dem Generaldirektorium in Berlin unterstanden, die Ostpreußische oder Deutsche Domänenkammer zu Königsberg und die Littauische Domänenkammer zu Gumbinnen. In diesen Kreisen gab es Immediatstädte, Mediatstädte, Domänenämter und adelige Güter. 1772 wurde das bis dahin unter polnischer Hoheit gestandene Ermland in mehrere Kreise geteilt und dem Königsberger Kammerdepartement zugeschlagen, dafür die westlichsten altpreußischen Kreise dem neugeschaffenen Kammerdepartement Marienwerder.

Deutsches Kammerdepartement (1722–1808) Bearbeiten

Deutsches Kammerdepartement (1722–1772) Bearbeiten

Deutsches Kammerdepartement (1772–1808) Bearbeiten

Litauisches Kammerdepartement (1722–1808) Bearbeiten

Bei der Ersten Teilung Polens 1772 erwarb das Königreich Preußen unter König Friedrich II. das Polnisch-Preußen, das zu Westpreußen wurde. Das Gebiet des Fürstbistums Ermland verschmolz mit dem Ursprungsgebiet des Königreichs Preußen (Herzogtum Preußen), und dieses wurde am 31. Januar 1773 in einem Verwaltungsakt Ostpreußen genannt. Das Königreich Preußen der brandenburgischen Hohenzollern bestand zwischen 1773 und 1792 aus den Provinzen West- und Ostpreußen und dem Netzedistrikt. Hauptstadt Ostpreußens war bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs Königsberg. Von 1824 bis 1829 waren Ost- und Westpreußen personell und von 1829 bis 1878 real in einer Provinz administrativ vereinigt. 1878 wurde diese wieder geteilt.

Bei der Preußischen Verwaltungsreform von 1815 bis 1818 wurde eine Verwaltungseinteilung geschaffen, die im Wesentlichen bis 1905 bestand. Nun gehörte Memel (heute Klaipėda) zum Regierungsbezirk Königsberg.

Erster Weltkrieg Bearbeiten

Datei:Hindenburg, Kaiser, Ludendorff HD-SN-99-02150.JPG

Durch seine gemeinsame Grenze mit Russland und seine vorgeschobene geographische Lage wurde Ostpreußen im Ersten Weltkrieg zu einem entscheidenden Schauplatz der Ostfront; hier lagen die einzigen Gebiete des Deutschen Reichs, die während des Weltkrieges von fremden Truppen besetzt waren (abgesehen von kleinen Gebieten des Oberelsass. Die verlustreichen Schlachten an der Westfront fanden auf französischem und belgischen Territorium statt).

Der russische Vormarsch wurde in der zweiten Schlacht von Tannenberg zum Stehen gebracht. Die verantwortlichen Generale Paul von Hindenburg und Erich Ludendorff legten hier die Grundlage zu ihrer großen Popularität, die sie während der Weimarer Republik auf unterschiedliche Weise nutzten: Hindenburg als konservativer Reichspräsident, Ludendorff als Putschist und Verbündeter Adolf Hitlers.

Versailler Vertrag Bearbeiten

Polnischer Korridor und Danzig Bearbeiten

Durch den Versailler Vertrag, der am 10. Januar 1920 in Kraft trat, wurde Ostpreußen durch den Polnischen Korridor geographisch vom übrigen Deutschen Reich abgetrennt und war als Exklave nur auf dem Seeweg oder über polnisches Gebiet zu erreichen. Das Weichseldelta wurde der unter Völkerbundsmandat geschaffenen Freien Stadt Danzig zugeteilt, die eigenständige staatliche Institutionen hatte, aber wirtschaftlich und militärisch mit Polen verbunden war, als Kompromiss zwischen dem polnischen Drängen auf einen leistungsfähigen Hafen und einer deutschen Bevölkerungsmehrheit von über 90 %.

Datei:OstpreussenWestpreussenSprachen1880.png

Soldau Bearbeiten

Der südwestliche Teil des ostpr. Kreises Neidenburg musste ohne Volksabstimmung an Polen abgetreten werden, hauptsächlich deswegen, weil der Hauptort Soldau (Działdowo) als Bahnknotenpunkt mit Verbindungen den direkten Verkehr zwischen Warschau und Danzig ermöglichte, vgl. Marienburg-Mlawkaer Eisenbahn. Daraus wurde der neue Powiat Działdowo (Kreis Soldau) gebildet, der der polnischen Woiwodschaft Pommern angeschlossen wurde.

Volksabstimmungen am 11. Juli 1920 Bearbeiten

Hauptartikel: Volksabstimmungen im Gefolge des Versailler Vertrags in Ost- und Westpreußen

Datei:Abstimmungsergebnisse Ostpreußen 1920.JPG
Westpreußisches Abstimmungsgebiet Marienwerder
Große Teile der Provinz Westpreußens kamen ohne Volksabstimmung zu Polen, als sogenannter Polnischer Korridor.
Im nordöstlichen Teil dieser Provinz, teilweise ehemals Herzogtum Preußen, fand jedoch am 11. Juli 1920 eine Volksabstimmung statt. In diesem Abstimmungsgebiet Marienwerder votierten 92,36 % für einen Verbleib beim Deutschen Reich, 7,64 % der Wahlberechtigten für eine Angliederung an Polen. Daraufhin wurde das Gebiet östlich von Weichsel und Nogat als Regierungsbezirk Westpreußen mit Verwaltungssitz in Marienwerder der Provinz Ostpreußen angegliedert.
Masurisches Abstimmungsgebiet Allenstein
Polen erhob auch Anspruch auf das südliche Ostpreußen, weil ein erheblicher Teil der Bevölkerung im südlichen Ermland und in Masuren, neben Deutsch als Verkehrssprache, als Muttersprache Masurisch sprachen, das als polnischer Dialekt oder als dem Polnischen nahe verwandte Sprache betrachtet werden konnte. Auf Drängen der Regierung Ebert einigten sich die Staaten im Versailler Vertrag auf eine Volksabstimmung. Bei der unter Aufsicht des Völkerbunds durchgeführten Abstimmung im Abstimmungsgebiet Allenstein konnten die Bewohner zwischen den Alternativen „Polen“ und „Ostpreußen“ wählen. 97,90 % der Bewohner entschieden sich für Ostpreußen und damit für die Zugehörigkeit zu Deutschland. Nur 2,10 % stimmten für eine Angliederung an Polen.[7]

Zwischenkriegszeit Bearbeiten

In der Zwischenkriegszeit wurde 1922 vom Reichsverkehrsministerium der Seedienst Ostpreußen eingerichtet, der über den Seeweg eine Verbindung zwischen Ostpreußen und dem Kernland des Deutschen Reiches herstellte. Der Seedienst Ostpreußen bestand bis 1944.

Der Verkehr zwischen dem deutschen Kernland und der Provinz Ostpreußen auf dem Landweg war aufgrund des Korridors problematisch. Der Bahnverkehr erfolgte mit verplombten Zügen, bei denen zum Teil sogar die Fenster zugehängt wurden. Auch der Straßenverkehr wurde durch polnische Behörden erschwert. Das Verhältnis zwischen der Weimarer Republik und Polen war äußerst feindselig, immer wieder kam es entlang der gemeinsamen Grenze zu Auseinandersetzungen, auch mit Waffeneinsatz.

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 konnten diese in der Bevölkerung unter anderem auch durch das Unterlaufen des in Deutschland als Demütigung empfundenen Versailler Vertrags Popularität gewinnen. Gauleiter und damit eigentlicher lokaler Machthaber in Ostpreußen wurde der aus dem Rheinland stammende Erich Koch. Für die deutschen Forderungen nach Wiederanschluss Danzigs und die Rückgabe des Korridors, signalisierten die Westmächte, die sich im Zuge der Appeasementpolitik zuvor meist nachgiebig gegenüber dem Revisionsstreben Hitlers gezeigt hatten, Unnachgiebigkeit und drohten mit Krieg.

Zweiter Weltkrieg Bearbeiten

Eroberung Bearbeiten

Ein knappes halbes Jahr später begann mit dem deutschen Überfall auf Polen der Zweite Weltkrieg. Nach der schnellen Besetzung des Landes wurden neben den 20 Jahre zuvor abgetretenen preußischen Provinzen Westpreußen und Posen weitere Teile Polens annektiert. Noch 1939 wurde dort ein neuer Regierungsbezirk Zichenau gebildet, der der Provinz Ostpreußen zugeordnet wurde. Ferner trat der neue Landkreis Sudauen zur Provinz, während die früher westpreußischen Gebiete um Elbing und Marienwerder an den neuen Reichsgau Danzig-Westpreußen fielen. Die neu an Ostpreußen angegliederten Gebiete waren jedoch ethnisch praktisch rein polnische Gebiete, die auch historisch nie zuvor in engerer Verbindung mit Ostpreußen gestanden hatten (abgesehen von einer kurzen Episode nach den polnischen Teilungen). Der erhebliche jüdische Bevölkerungsanteil wurde unmittelbar nach der Besetzung von den nationalsozialistischen Unterdrückungs- und später von den massenhaften Vernichtungsmaßnahmen (Umsiedlungen in Ghettos, „Vernichtung durch Arbeit“ und den Abtransport in Vernichtungslager) getroffen.

Datei:Bundesarchiv Bild 183-R77448, Berlin, Flüchtlinge aus dem Osten.jpg
Datei:Bundesarchiv Bild 146-1990-001-30, Flüchtlingstreck.jpg

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Ostpreußen von der Roten Armee nach verlustreichen Kämpfen in der Schlacht um Ostpreußen erobert. Die nationalsozialistische Gauleitung unter Gauleiter Erich Koch unterließ die rechtzeitige Evakuierung der Bevölkerung und stellte selbstständige Fluchtbewegungen unter schwere Strafe. Ähnlich wie Soldaten „bis zum letzten Mann“ in sinnlosen Stellungs- und Kesselschlachten verheizt wurden anstatt sich geordnet zurückziehen zu dürfen, machten sich die Machthaber somit direkt mitschuldig am Tod von unzähligen deutschen Zivilisten, die hätten gerettet werden können.

Flucht Bearbeiten

Als die Front des Zweiten Weltkrieges Ostpreußen erreichte, wurde die Evakuierung durch das Militär und den Staatsapparat zunächst behindert, ja verhindert, dann in letzter Minute (Januar 1945) unter denkbar schlechtesten Bedingungen (tiefster Winter, Abschnürung des Landweges) ungeordnet begonnen. Dadurch wurde ein Großteil der Zivilbevölkerung unmittelbar in Kampfhandlungen verwickelt.

Ein Teil der Bevölkerung konnte sich über das Land mit Flüchtlingstrecks nach Westen retten, aber nachdem die Rote Armee im Laufe der Schlacht um Ostpreußen bei Elbing das Frische Haff erreicht hatte, war der Landweg abgeschnitten. Tausende ertranken bei der Flucht über das Eis zur vermeintlich rettenden Frischen Nehrung, die weiter nach Danzig führte, oder wurden ohne jegliche Deckung leichte Opfer von Jagdflugzeugen. Ein anderer Teil wurde über die Ostsee, vor allem über den Hafen Pillau evakuiert.

Insgesamt forderte die Flucht unter Kriegsbedingungen größtenteils im Winter sehr viele Tote. Es wird geschätzt, dass von den bei Kriegsende ca. 2,4 Millionen Bewohnern Ostpreußens ca. 300.000 unter elenden Bedingungen auf der Flucht ums Leben gekommen sind. Unter den Menschen, die bei den Versenkungen der „Wilhelm Gustloff“, der „General von Steuben“ und der „Goya“ im Frühjahr 1945 ums Leben kamen, befanden sich auch viele Flüchtlinge aus Ostpreußen, einige Tausend pro Schiff.

Kriegsverbrechen an der deutschen Zivilbevölkerung Bearbeiten

Noch anwesende Bewohner, vom Vormarsch der Roten Armee eingeholte Flüchtlinge oder nach dem (teils temporären) Ende der Kampfhandlungen zurückkehrende Bewohner wurden vielfach von russischen Soldaten, die durch die vorherigen Verbrechen der deutschen Besatzungsmacht in Russland traumatisiert und darüber hinaus durch antideutsche Kriegspropaganda aufgestachelt worden waren, misshandelt, getötet (siehe Verbrechen der Roten Armee im Zweiten Weltkrieg), oder zur Zwangsarbeit in die Sowjetunion verschleppt. In diesem Kontext ist beispielsweise das Massaker von Nemmersdorf im Oktober 1944 zu nennen, als erstmals nach dem Ersten Weltkrieg russische Truppen nach Ostpreußen vorstießen.

Alexander Solschenizyn („Ostpreußische Nächte“) und Lew Kopelew waren als Angehörige der Roten Armee Augenzeugen und haben später als Regimekritiker auf diese, wie auf andere sowjetische Kriegsverbrechen (z. B. die Massenerschießungen polnischer Offiziere in Katyn) hingewiesen. Die Verantwortlichen wurden letztlich jedoch im Hinblick auf die weltpolitische Lage weder international noch in der Sowjetunion selbst zur Verantwortung gezogen.

Vertreibung Bearbeiten

Die im nördlichen, sowjetischen Teil Ostpreußens zurückgebliebenen Bewohner wurden von 1945 bis 1947 großenteils aus ihrer Heimat in das besetzte Deutschland westlich der Oder-Neiße-Linie vertrieben

Im südliche, polnischen Teil wurden die verbliebenen Einwohner einer auf ethnisch-rassistischen Kriterien beruhenden "nationalen Verifizierung" unterzogen. Als "Deutsche" eingestufte Personen wurden vertrieben, "Autochthone", d.h. Angehörige der nach Auffassung der polnischen Behörden angestammten slawischen Bevölkerung, durften bleiben.[8] Ausreichend für die Einstufung als "autochton" war hierbei bereits ein polnisch-klingender Nachname oder polnische Sprachkenntnisse innerhalb der Familie.[9]

Bis Oktober 1946 waren 70.798 Personen in dieser Form "verifiziert", d.h. polnische Staatsbürger geworden, 34.353 verblieben "unverifiziert".[10] Vor allem im Raum Mragowo (Sensburg) verweigerten viele Einwohner diesen Verifizierungsprozeß, im Frühjahr 1946 waren hier von 28.280 Personen 20.580 nicht "verifiziert", im Oktober verblieben 16,385 Menschen ohne polnische Staatsbürgerschaft.[11] Auch die eingebürgerten "Autochthonen" wurden aufgrund ihres vorwiegend evangelischen Glaubens und ihrer oft rudimentären Sprachkenntnisse weiterhin als Deutsche betrachtet und Diskriminierungen unterworfen. Zwangsenteignungen fanden fast überall statt. Im Februar 1949 wurde der ehemalige Chef der stalinistischen Geheimpolizei Urząd Bezpieczeństwa (UB) von Lodz, Mieczyslaw Moczar, Wojwode von Olsztyn. Es begann eine letzte, von brutaler Folter und Gewalt gekennzeichnete "Verifizierungsaktion", nach deren Abschluß lediglich noch 166 Masuren nicht "verifiziert" waren.[12]

Insgesamt verblieben etwa 160.000 Vorkriegseinwohner im südlichen Ostpreussen, deren übergroße Mehrheit das Land in den folgenden Jahrzehnten als Spätaussiedler verließ.

Der Anteil der Flüchtlinge und Vertriebenen insgesamt war anfangs in der Sowjetischen Besatzungszone am höchsten (1949 etwa ein Viertel der Einwohner). Da aber Vertriebene ein Drittel der 2,7 Millionen DDR-Flüchtlinge der Jahre 1949 bis 1961 ausmachte, glichen sich die durchschnittlichen Bevölkerungsanteile der Vertriebenen in Ost- und Westdeutschland mit der Zeit weitgehend einander an, mit starken regionalen Unterschieden.[13]

Potsdamer Abkommen Bearbeiten

Neuordnung Bearbeiten

Datei:Powiat gołdapski Granica Polska-Rosja 004.JPG

Nach dem Potsdamer Abkommen wurde Ostpreußen vorbehaltlich einer endgültigen Friedensregelung (→ Zwei-plus-Vier-Vertrag) zwischen der Volksrepublik Polen und der Sowjetunion aufgeteilt. Das nördliche Gebiet um Königsberg wurde daraufhin von der Russischen Sowjetrepublik annektiert.[14] Es wurde überwiegend mit Russen aus Zentralrussland und dem Gebiet des heutigen Föderationskreises Wolga sowie mit Weißrussen besiedelt. Der polnische Anteil östlich der Oder und Neiße wurde auf die neu gegründeten Wojewodschaften Gdańsk, Olsztyn und Suwałki aufgeteilt. Hier wurden in erster Linie Polen aus Zentralpolen und im Rahmen der Aktion Weichsel aus Südostpolen vertriebene Ukrainer angesiedelt. Die Hauptstadt Königsberg wurde 1946 zu Ehren des sowjetischen Politikers Kalinin in Kaliningrad umbenannt, ebenso wurden sämtliche Orte im sowjetischen Anteil – sofern sie nicht aufgelöst oder zu größeren Einheiten zusammengefasst wurden – umbenannt.

Anerkennung der Grenzziehung Bearbeiten

Die DDR erkannte 1950 die Oder-Neiße-Linie im Görlitzer Vertrag als ihre Grenze zu Polen an. Dieser Anerkennung wird allerdings vielfach die völkerrechtsverbindliche Wirkung abgesprochen. Auch die Bundesrepublik Deutschland, welche den Alleinvertretungsanspruch für Gesamtdeutschland und alle Deutschen, also bis Anfang der 1970er Jahre auch für die Staatsbürger der DDR und deren Staatsgebiet, erhob, verfolgte unter Bundeskanzler Willy Brandt im Rahmen der „Neuen Ostpolitik“ fortan die Anerkennung der Grenzziehung vorbehaltlich eines endgültigen Friedensvertrages (→ Ostverträge). Während der „Zwei-plus-Vier“-Gespräche wurde durch den sowjetischen Generalmajor Geli Batenin Interesse der Sowjetunion an Verhandlungen über Ostpreußen signalisiert. Der damalige Leiter des politischen Referats der deutschen Botschaft, Joachim von Arnim, machte jedoch die Ablehnung der Bundesrepublik deutlich.[15] Nach dem Beitritt der DDR zur Bundesrepublik und der Bildung der neuen Länder gab das nun souveräne Deutschland am 14. November 1990 mit dem deutsch-polnischen Grenzvertrag jegliche Gebietsansprüche außerhalb der Bundesrepublik auf. Spätestens mit dessen Inkrafttreten 1992 sind deutsche Gebietsansprüche auf die ehemaligen deutschen Ostgebiete, und damit auch auf Ostpreußen, vollständig erloschen und die Grenzen endgültig anerkannt worden.[16]

Heutige Situation Bearbeiten

Nach der Verwaltungsreform 1975 wurde das polnische Ostpreußen in neue Wojewodschaften eingeteilt: Elbląg und Olsztyn sowie Teile von Ciechanów und Suwałki. Nach einer erneuten Verwaltungsreform am 1. Januar 1999 im polnischen Südteil bildet dieses Gebiet seither fast in seiner Gesamtheit die Wojewodschaft Ermland-Masuren mit der Hauptstadt Olsztyn, der nördliche Teil bildet heute die russische Oblast Kaliningrad mit der Hauptstadt Kaliningrad. Nach der Auflösung der Sowjetunion ist diese Region nun eine Exklave der Russischen Föderation. Einige russische Einwohner nennen die Stadt heute häufig „Kjonigsberg“, „Kenig“ oder „Kenigsberg“. Eine Rückbenennung (wie bei Sankt Petersburg, Nischni Nowgorod und Twer) wurde 1993 in einer Volksabstimmung abgelehnt.

Verwaltungsgliederung der Provinz Ostpreußen Bearbeiten

In der Zeit von 1878 bis 1945 hat sich die territoriale Verwaltungsgliederung innerhalb der überwiegend landwirtschaftlich strukturierten Provinz Ostpreußen nur allmählich verändert. Allerdings sind 1920 und 1939 die Außengrenzen erheblich verändert worden.

Regierungsbezirke Bearbeiten

Datei:Prusy Wschodnie de.svg
Datei:Ostpreussen 1905.svg

Von 1808 bis 1945 bestanden die beiden Regierungsbezirke Gumbinnen und Königsberg. Aus den südlichen Kreisen dieser Bezirke entstand am 1. November 1905 der neue Regierungsbezirk Allenstein. 1723–1808 hießen diese Bezirke Kriegs- und Domänenkammer-Departement Litauen und Ostpreußen.

Nach der Einrichtung des polnischen Korridores wurde der früher westpreußische Regierungsbezirk Marienwerder teilweise, gemeinsam mit einigen Kreisen aus dem ehemaligen Regierungsbezirk Danzig (Elbing und Marienburg) zum 1. Juli 1922 als Regierungsbezirk Westpreußen mit dem Sitz in Marienwerder der Provinz Ostpreußen angegliedert, aber am 26. Oktober 1939 um annektierte, polnische Gebiete erweitert und wieder als Regierungsbezirk Marienwerder dem neuen Reichsgau Danzig-Westpreußen zugeordnet.

Am 26. Oktober 1939 wurde aus anderen polnischen Gebieten der neue Regierungsbezirk Zichenau (Ciechanów) der Provinz Ostpreußen einverleibt. Ab 1. August 1941 entstand aus besetzten sowjetischen (weißrussischen, bis 1939 polnischen) Gebieten der neue Bezirk Bialystok. Dieser wurde vom ostpreußischen Oberpräsidenten und Gauleiter Erich Koch als Chef der Zivilverwaltung mitverwaltet und faktisch wie Reichsgebiet behandelt, allerdings nicht förmlich nach Ostpreußen eingegliedert.

Stadtkreise Bearbeiten

Außer dem bereits 1818 bestehenden Stadtkreis Königsberg i. Pr. entstanden im Laufe der Zeit die folgenden weiteren Stadtkreise: Es wurden die Städte Tilsit (1896), Insterburg (1901), Allenstein (1910) und Memel (1918) aus ihren Landkreisen ausgegliedert und bildeten eigene Stadtkreise. Das westpreußische Elbing war bereits seit 1874 Stadtkreis und gehörte von 1922 bis 1939 zu Ostpreußen.

Landkreise Bearbeiten

1819–1918 Bearbeiten

1919–1933 Bearbeiten

1933–1938 Bearbeiten

1939–1945 Bearbeiten

Datei:Ost Pr Landwirtschaft.jpg

Einrichtung neuer Landkreise in vorher nie zum Deutschen Reich gehörendem Gebiet Bearbeiten

Verwaltungsgliederung Ostpreußens
Stand 31. Dezember 1937 Stand 1. Januar 1945
Regierungsbezirk Allenstein
Stadtkreis
  1. Allenstein
  1. Allenstein
Landkreise
  1. Allenstein
  2. Johannisburg
  3. Lötzen
  4. Lyck
  5. Neidenburg
  6. Ortelsburg
  7. Osterode i. Ostpr.
  8. Rößel (Sitz: Bischofsburg)
  9. Sensburg
  1. Allenstein
  2. Johannisburg
  3. Lötzen
  4. Lyck
  5. Neidenburg
  6. Ortelsburg
  7. Osterode i. Ostpr.
  8. Rößel (Sitz: Bischofsburg)
  9. Sensburg
Regierungsbezirk Gumbinnen
Stadtkreise
  1. Insterburg
  2. Tilsit
  1. Memel
  2. Insterburg
  3. Tilsit
Landkreise
  1. Angerburg
  2. Darkehmen
  3. Goldap
  4. Gumbinnen
  5. Insterburg
  6. Niederung [Sitz: Heinrichswalde]
  7. Pillkallen
  8. Stallupönen
  9. Tilsit-Ragnit [Sitz: Tilsit]
  10. Treuburg
  1. Angerapp
  2. Angerburg
  3. Ebenrode
  4. Elchniederung [Sitz: Heinrichswalde]
  5. Goldap
  6. Gumbinnen
  7. Heydekrug
  8. Insterburg
  9. Memel
  10. Schloßberg (Ostpr.)
  11. Sudauen
  12. Tilsit-Ragnit [Sitz: Tilsit]
  13. Treuburg
Regierungsbezirk Königsberg
Stadtkreis
  1. Königsberg (Pr)
  1. Königsberg (Pr)
Landkreise
  1. Bartenstein
  2. Braunsberg
  3. Fischhausen
  4. Gerdauen
  5. Heiligenbeil
  6. Heilsberg
  7. Königsberg (Pr)
  8. Labiau
  9. Mohrungen
  10. Preußisch Eylau
  11. Preußisch Holland
  12. Rastenburg
  13. Wehlau
  1. Bartenstein (Ostpr.)
  2. Braunsberg (Ostpr.)
  3. Gerdauen
  4. Heiligenbeil
  5. Heilsberg
  6. Labiau
  7. Mohrungen
  8. Preußisch Eylau
  9. Preußisch Holland
  10. Rastenburg
  11. Samland (Sitz: Königsberg)
  12. Wehlau
Regierungsbezirk Westpreußen (Sitz: Marienwerder)
Stadtkreis
  1. Elbing
Landkreise
  1. Elbing
  2. Marienburg (Westpr.)
  3. Marienwerder
  4. Rosenberg i. Westpr.
  5. Stuhm
Regierungsbezirk Zichenau
Landkreise
  1. Mackeim
  2. Mielau
  3. Ostenburg
  4. Plöhnen
  5. Praschnitz
  6. Scharfenwiese
  7. Schröttersburg
  8. Sichelberg
  9. Zichenau

Politik Bearbeiten

Oberpräsidenten Bearbeiten

1765 wurde Johann Friedrich von Domhardt Präsident der Gumbinner und Königsberger Kriegs- und Domänenkammern und damit der erste Oberpräsident in Ostpreußen. Ihm folgte 1791 Friedrich Ludwig Freiherr von Schrötter, der 1795 Minister für Ost- und Neu-Ostpreußen wurde. 1814–1824 war Hans Jakob von Auerswald Oberpräsident von Ostpreußen. Unter seinem Nachfolger Heinrich Theodor von Schön (1824–1842) wurden West- und Ostpreußen zur Provinz Preußen vereinigt. Ihm folgten

1842–1848: Karl Wilhelm von Bötticher
1848–1849: Rudolf von Auerswald
1849–1850: Eduard Heinrich von Flottwell
1850–1868: Franz August Eichmann
1869–1882: Carl Wilhelm Heinrich Georg von Horn (1872–1880 Bau des Regierungsgebäudes)
1882–1891: Albrecht Heinrich von Schlieckmann
1891–1895: Udo Graf zu Stolberg-Wernigerode
1895–1901: Wilhelm Graf von Bismarck-Schönhausen
1901–1903: Hugo Samuel Freiherr von Richthofen
1903–1907: Friedrich Graf von Moltke
1907–1914: Ludwig von Windheim
1914–1916: Adolf Tortilowicz von Batocki-Friebe
1916–1918: Friedrich Wilhelm von Berg-Markienen
1918–1919: Adolf Tortilowicz von Batocki-Friebe
1919–1920: August Winnig, SPD
1920–1932: Ernst Siehr, DDP
1932–1933: Wilhelm Kutscher, DNVP
1933–1945: Erich Koch, NSDAP

Wahlen zum Provinziallandtag Bearbeiten

1921: DNVP 27,1 % – 23 Sitze | SPD 23,5 % – 20 Sitze | DVP 15,3 % – 13 Sitze | Zentrum 9,4 % – 8 Sitze | KPD 7,2 % – 6 Sitze | USPD 7,1 % – 6 Sitze | DDP – 7,0 % – 6 Sitze | Polen – 1,3 % – 1 Sitz | WP 1,2 % – 1 Sitz | Landliste 1,1 % – 1 Sitz

1925: DNVP/DVP 45,6 % – 40 Sitze | SPD 24,8 % – 22 Sitze | Zentrum 6,9 % – 6 Sitze | KPD 6,9 % – 6 Sitze | WP 4,2 % – 4 Sitze | DVFP 4,2 % – 4 Sitze | DDP 3,6 % – 3 Sitze | VRP 2,4 % – 2 Sitze

1929: DNVP 31,2 % – 27 Sitze | SPD 26,0 % – 23 Sitze | DVP 8,7 % – 8 Sitze | KPD 8,6 % – 8 Sitze | Zentrum 8,1 % – 7 Sitze | NSDAP 4,3 % – 4 Sitze | WP 4,0 % – 4 Sitze | CSVD 3,0 % – 3 Sitze | DDP 2,8 % – 3 Sitze

1933: NSDAP 58,2 % – 51 Sitze | SPD 13,6 % – 12 Sitze | DNVP 12,7 % – 11 Sitze | Zentrum 7,0 % – 7 Sitze | KPD 6,0 % – 6 Sitze An 100 % fehlende Stimmen = Nicht im Provinziallandtag vertretene Wahlvorschläge.

Landeshauptmänner des Provinziallandtages Bearbeiten

  • Heinrich Rickert, 1876–1878
  • Kurt von Saucken, M.d.R., 1878–1884
  • Alfred Julius von Gramatzki, Landesdirektor 1884–1888
  • Klemens von Stockhausen, 1888–1896
  • von Brandt, 1896–1909
  • Friedrich von Berg, 1909–1916
  • Manfred Graf von Brünneck-Bellschwitz, 1916–1928
  • Ernst Siehr, Vizepräsident 1919–1920
  • Paul Blunk, 1928–1936
  • Helmuth von Wedelstädt, 1936–1939 (?)

Wahlen zum Reichstag Bearbeiten

Die Provinz bildete für die Wahlen zum Reichstag der Weimarer Republik den Wahlkreis 1.

Bekannte Ostpreußen Bearbeiten

Sprache Bearbeiten

Die ostniederdeutschen und ostmitteldeutschen Dialekte, die in Ostpreußen gesprochen wurden, werden erfasst und beschrieben im Preußischen Wörterbuch. Laut den amtlichen preußischen Volkszählungen wurde in Ostpreußen in der Zeit des deutschen Kaiserreiches deutsch, masurisch, litauisch und polnisch gesprochen.

Siehe auch Bearbeiten

Literatur Bearbeiten

  • Vollständige und neueste Erdbeschreibung der Preußischen Monarchie und des Freistaates Krakau, bearbeitet von G. Hussel, Weimar 1819, S. 531–568.
  • Wilhelm Sahm: Geschichte der Pest in Ostpreußen, 1905.
  • Hartmut Boockmann: Ostpreußen und Westpreußen. In: Deutsche Geschichte im Osten Europas. Siedler, Berlin 1992, ISBN 3-88680-212-4.
  • Richard Jepsen Dethlefsen: Das schöne Ostpreußen. R. Piper & Co., München 1916 (Digitalisat).
  • Yorck Deutschler: Die Aestii – Bezeichnung für die heutigen Esten Estlands oder die untergegangenen Pruzzen Ostpreußens. In: Die Singende Revolution – Chronik der Estnischen Freiheitsbewegung (1987–1991), S. 196–198, Ingelheim, März 1998/Juni 2000, ISBN 3-88758-077-X.
  • Rüdiger Döhler: Ostpreußen nach dem Ersten Weltkrieg. Einst und Jetzt, Bd. 54 (2009), S. 219–235.
  • Rüdiger Döhler: Corpsstudenten in der Verwaltung Ostpreußens. Einst und Jetzt, Bd. 54 (2009), S. 240–246.
  • Andreas Ehrhard (Fotos), Bernhard Pollmann (Text): Ostpreußen. Bruckmann, München 2004, ISBN 3-7654-3877-4. (Länderportrait, aktuelle Bilder aus dem ehemaligen Ostpreußen)
  • Walter Frevert: Rominten. BLV, Bonn [u. a.] 1957. (erster Teil der sogenannten „Ostpreußen-Trilogie“)
  • Klaus von der Groeben: Das Land Ostpreußen. Selbsterhaltung, Selbstgestaltung, Selbstverwaltung 1750 bis 1945. Quellen zur Verwaltungsgeschichte Nr. 7, Lorenz-von-Stein-Institut für Verwaltungswissenschaften an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel 1993
  • Klaus von der Groeben: Verwaltung und Politik 1918–1933 am Beispiel Ostpreußens. Kiel 1998.
  • Emil Johannes Guttzeit: Ostpreußen in 1440 Bildern. Geschichtliche Darstellungen. Leer 1972–1984, Rheda-Wiedenbrück/Gütersloh 2001, Würzburg 2001, Augsburg 2006.
  • Emil Johannes Guttzeit: Ostpreußische Städtewappen. Hrsg.: Landsmannschaft Ostpreußen, Abt. Kultur, Waiblingen 1981.
  • August Karl von Holsche: Geographie und Statistik von West- Süd- und Neu- Ostpreußen. Nebst einer kurzen Geschichte des Königreichs Polen bis zu dessen Zertheilung. 2 Bände. Berlin 1800 und 1804 (Digitalisat).
  • Andreas Kossert: Ostpreußen. Geschichte und Mythos. Siedler, München 2005, ISBN 3-88680-808-4.
  • Andreas Kossert, Jörn Barfod, Arnold Bartetzky, Hans J. Bömelburg, Józef Borzyszkowski, Bertram Faensen, Jörg Hackmann, Christoph Hinkelmann, Magorzata Jackiewicz-Garniec, Gennadij Kretinin, Heinrich Lange, Ruth Leiserowitz, Peter Letkemann, Marc Löwener, Janusz Maek, Angelika Marsch, Martynas Purvinas, Milo ezník, Rainer Slotta, Heiko Stern: Kulturlandschaft Ost- und Westpreußen. Deutsches Kulturforum östliches Europa e.V., 1. Aufl., 2005, ISBN 978-3-936168-19-8.
  • Adam Kraft, Rudolf Naujok: Ostpreußen – Mit Westpreußen / Danzig und Memel. Ein Bildwerk der unvergessenen Heimat mit 220 Aufnahmen. Adam Kraft Verlag, 5. Auflage, 1978, Mannheim, ISBN 3-8083-1022-7.
  • Hans Kramer (Forstmann): Elchwald. Der Elchwald als Quell und Hort ostpreußischer Jagd, 2. Auflage, Jagd- und Kulturverlag, Sulzberg im Allgäu 1985, ISBN 3-925456-00-7 (dritter Teil der so genannten „Ostpreußen-Trilogie“).
  • Dietrich Lange: Geographisches Ortsregister Ostpreußen, Slices Of Life-Verlag, Königslutter 2005.
  • Ruth Leiserowitz: Sabbatleuchter und Kriegerverein: Juden in der ostpreußisch-litauischen Grenzregion 1812–1942, Fibre Verlag, Osnabrück 2010, ISBN 978-3-938-40059-3.
  • Klaus-Jürgen Liedtke: Die versunkene Welt. Ein ostpreußisches Dorf in Erzählungen der Leute. Eichborn, Frankfurt am Main 2008, ISBN 3-8218-6215-7.
  • Fritz Mielert: Ostpreußen. Nebst dem Memelgebiet und der Freien Stadt Danzig. In: Monographien zur Erdkunde, Bd. 35, Velhagen & Klasing, Bielefeld 1926 (Nachdruck: Bechtermünz, Augsburg 1999, ISBN 3-8289-0272-3).
  • Christian Papendick: Der Norden Ostpreußens. Land zwischen Zerfall und Hoffnung. Eine Bilddokumentation 1992–2008. Husum Verlag, Husum 2009, ISBN 978-3-89876-232-8.
  • Walter Pauly: Als Landrat in Ostpreußen. Ragnit–Allenstein (= Ostdeutsche Beiträge aus dem Göttinger Arbeitskreis; Bd. VIII). Holzner-Verlag, Würzburg 1957.
  • Jan Przypkowski (Hg.): Ostpreussen – Dokumentation einer historischen Provinz. Die photographische Sammlung des Provinzialdenkmalamtes in Königsberg. Warschau 2006, ISBN 83-89101-44-0.[17]
  • Manfred Raether: Polens deutsche Vergangenheit, Schöneck 2004, ISBN 3-00-012451-9. – Neuausgabe als E-Buch
  • Christian Saehrendt: Der Horror vacui der Demographie: 100 Jahre Abwanderung aus dem deutschen Osten. In: Tel Aviver Jahrbuch für deutsche Geschichte XXXV 2007, S. 237–250.
  • Klaus Schwabe (Hg.): Die preußischen Oberpräsidenten 1815–1945, Büdinger Forschungen zur Sozialgeschichte, Bd. 15, Boppard 1985.
  • Robert Traba: Ostpreußen – die Konstruktion einer deutschen Provinz. Eine Studie zur regionalen und nationalen Identität 1914–1933, aus dem Polnischen von Peter Oliver Loew; Fibre Verlag, Osnabrück 2010, ISBN 978-3-938400-52-4.

Weblinks Bearbeiten

Commons <Lang> Commons: East Prussia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary Wiktionary: Ostpreußen – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. Siehe z. B. Jochen Abr. Frowein (Hrsg.), Deutschlands aktuelle Verfassungslage: Berichte und Diskussionen auf der Sondertagung der Vereinigung der Deutschen Staatsrechtslehrer in Berlin am 27. April 1990, VVDStRL 49 (1990), de Gruyter, Berlin/New York 1990, S. 132 ff. (134).
  2. Jan Bałdowski: Ermland und Masuren, ISBN 3-87466-173-3, S. 16–17.
  3. Braunswalde Willenberg bei Marienburg Gräberfeld
  4. 45: „[…] Weiter nun werden an der rechten Küste des Suevenmeeres der Aestier Völkerschaften bespült, deren Gebräuche und ganzes Aeußere wie der Sueven sind, die Sprache näher der britannischen. Sie verehren die Göttermutter. Als Abzeichen dieses Glaubens tragen sie Eberbilder; dieß, statt Waffen und Schutz von Allen, stellt den Anbeter der Göttin auch mitten unter Feinden sorglos sicher. Selten ist des Eisens, häufig der Knüttel Gebrauch. Getreide und die andern Feldfrüchte bauen sie mit einer für die gewohnte Trägheit der Germanen großen Geduld. Indessen auch das Meer durchsuchen sie und sammeln, unter allen die Einzigen, zwischen Untiefen und am Strande selbst, den Bernstein, bei ihnen Gläsum genannt. […]“ (aus Die Germania des Tacitus. Übersetzt von Anton Baumstark)
  5. De origine actibusque Getarum (Vom Ursprung und den Taten der Gothen), 23, 120: „Aestorum quoque similiter nationem, qui longissimam ripam Oceani Germanici insident, idem ipse prudentia et virtute subegit omnibusque Scythiae et Germaniae nationibus ac si propriis lavoribus imperavit.“ (www.digitale-sammlungen.de)
  6. Martin Armgart: KONRAD I., Herzog von Masowien. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 4, Herzberg 1992, ISBN 3-88309-038-7, Sp. 419–423 (gekürzte Onlinefassung).
  7. Andreas Kossert, Ostpreußen. Geschichte und Mythos, Siedler, Berlin 2005, S. 222.
  8. Kossert, Andreas: Masuren, Ostpreussens vergessener Süden, S.363, 364: "Ähnlich wie die NS-Volkslisten seit 1939 im Reichsgau Wartheland und in Danzig-Westpreussen die Germanisierbarkeit der dort lebenden Deutschen und kleiner polnischer Gruppen festlegte, indem sie sie nach einem biologischen Rassismus in vier Kategorien einteilten, nahm die polnische Provinzverwaltung nach 1945 eine Klassifizierung der Bewohner Masurens nach einem ethnischen Rassismus vor."
  9. Richard Blanke: Polish-speaking Germans? language and national identity among the Masurians since 1871 , 2001|,ISBN 3-412-12000-6 S. 285
  10. Kossert, Andreas: Ostpreussen, Geschichte und Mythos, S.354
  11. Kossert, Andreas: Ostpreussen, Geschichte und Mythos, S.353, ISBN 3-88680-808-4
  12. Kossert, Andreas: Masuren, S. 366
  13. Konrad-Adenauer-Stiftung: Die Vertreibung der Deutschen aus dem Osten in der Erinnerungskultur (PDF)
  14. Vgl. etwa Adolf Laufs, Rechtsentwicklungen in Deutschland, 5., überarb. und um ein Kapitel (DDR) erg. Aufl., de Gruyter, Berlin/New York 1996, ISBN 3-11-014620-7, S. 399.
  15. Vgl. Spiegel Online: „Moskau bot Verhandlungen über Ostpreußen an“ (online).
  16. Näher erläutert bei Georg Ress, in: Ulrich Beyerlin (Hrsg.), Recht zwischen Umbruch und Bewahrung. Festschrift für Rudolf Bernhardt (= Beiträge zum ausländischen öffentlichen Recht und Völkerrecht; Bd. 120), Springer, Berlin/Heidelberg/New York 1995, S. 833 ff. (835) mwN.
  17. Die Sammlung wird vom Deutschen Historischen Institut Warschau, vom Institut für Kunstforschung der Polnischen Akademie der Wissenschaften, vom Staatsarchiv Allenstein und vom Museum für Ermland und Masuren herausgegeben. Die CD mit 7.900 Bildern ist beim Deutschen Kulturforum östliches Europa e. V. in Potsdam erhältlich.
af:Oos-Pruise

ar:بروسيا الشرقية az:Şərqi Prussiya bg:Източна Прусия ca:Prússia Oriental cs:Východní Prusko da:Østpreussen el:Ανατολική Πρωσία en:East Prussia eo:Orienta Prusio es:Prusia Oriental fa:پروس خاوری fi:Itä-Preussi fr:Prusse-Orientale he:פרוסיה המזרחית hu:Kelet-Poroszország id:Prusia Timur it:Prussia Orientale ja:東プロイセン ko:동프로이센 la:Borussia Orientalis lt:Rytų Prūsija lv:Austrumprūsija ms:Prusia Timur nds:Oostpreußen nl:Oost-Pruisen nn:Aust-Preussen no:Østpreussen pl:Prusy Wschodnie pt:Prússia Oriental ro:Prusia Răsăriteană ru:Восточная Пруссия sk:Východné Prusko sr:Источна Пруска sv:Ostpreussen sw:Prussia Mashariki tr:Doğu Prusya uk:Східна Пруссія zh:東普魯士

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